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Post it mit Text "Nett dieses Netz hier"

Eine Website ist kein Buch. Und überhaupt nicht von der analogen Welt. Das ist aber kein Grund sich zu grämen. Denn das hat auch einen tollen Vorteil. 

Menschen, die aus der analogen Welt kommen und eine Website wünschen, sind zuweilen nur verhalten optimistisch, dass das Vorhaben gut werden könnte. Der Hauptgrund: Sie finden eigentlich, dass die Vorteile der analogen Welt eben leider, leider nicht in die digitale Welt hinübergerettet werden können. Dazu muss und sollte man dreierlei sagen: Erstens: Ja, das stimmt, manche Vorteile der analogen Welt gibt es in der digitalen nicht. Zweitens: Es gilt auch andersherum: Manche Vorteile der digitalen Welt, gibt es in der analogen nicht. Und das gleicht sich aus. Das ist also drittens kein Grund, traurig zu sein.

Vernetzung ist der grösste Vorteil der digitalen Welt

Der grösste Vorteil der digitalen Welt: Sie ist vernetzt. Und man kann weiter vernetzen, soviel man will. Man kann zum Beispiel auch auf einer Website wild hin- und hervernetzen. Von einer Seite zu einer anderen. Denn die ist jeweils nur einen Mausklick oder einen Fingertipp entfernt. Wer zum Beispiel in einem Buch auf eine andere Stelle seines Textes verweisen will, der muss das in Klammern dazuschreiben: Etwa «siehe Seite 105, mittlerer Absatz». Oder er muss eine Fussnote setzen, die er unten auf der Seite aufschlüsselt – praktisch, aber nicht schön – oder sogar erst hinten im Anhang aufschlüsselt – nicht praktisch, aber schön. So oder so muss der Leser dann noch mühsam die «Seite 105, mittlerer Absatz» suchen. Ganz anders im Netz: Das genügt ein kleiner Link – und schwupps ist man sozusagen auf Seite 105, mittlerer Absatz. 

Das ist toll. Das hat aber auch Folgen. Denn manche Leser und Leserinnen hüpfen dann an die andere Stelle, lesen sich dort fest – und kommen nicht zurück! Da kann man sich jetzt grämen und die Haare raufen. Man kann aber auch einfach finden: Klasse, das entspricht doch eigentlich unserer Welt. Denn auch da ist doch alles mit allem vernetzt und verknüpft. Das wissen die Schmetterlinge aus der Chaos-Theorie, das weiss aber auch jeder, der etwa in der Natur an einer kleinen Stellschraube dreht – und sich dann über die Folgen davon an einer ganz anderen Stelle wundert. Solche Zusammenhänge kann man vernetzt doch wunderbar darstellen. 

Nicht besser, nicht schlechter als die analoge Welt.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe Bücher, gerne auch in Papierform. Da kann ich mich wunderbar festlesen und die Welt um mich herum vergessen – nicht umsonst arbeite ich immer noch als Literaturkritikerin. Aber eben: Die digitale Welt, speziell jetzt das Internet, funktioniert ein bisschen anders. Nicht besser, nicht schlechter. Einfach anders. 

Das sollte man aber berücksichtigen, wenn man eine Website plant. Denn sonst hat man nur eine langweilige Seite, die eben leider kein Buch ist. Und das wäre schade. Denn schliesslich kann man ja auch zeigen, wie sehr das Thema einer Website mit sich selbst verknüpft ist. Sei das eine persönliche Website, die eines kleinen Unternehmens oder die einer riesigen Institution. Welche Site auch immer man konzipiert: Man muss sich überlegen, wie hängt was womit zusammen? Wie kann ich dem Lesenden helfen, sich zurechtzufinden? Wie kann ich ein Thema an einer Stelle anschneiden und an einer anderen vertiefen? Was erzähle ich kurz an zwei Stellen doppelt, was führe ich nur an einer Stelle weiter? 

Das sind schwierige Fragen, und natürlich gibt es spezielle Berufszweige, die sich nur damit beschäftigen, Nutzerinnen einer Website gescheit durch jede einzelne Seite zu führen. Man kann das also studieren oder eine Lehre beginnen oder sich in Webinaren weiterbilden. 

Spielen macht Spass

Oft hilft es aber schon sehr, wenn man die Vorteile als Vorteile erkennt. Denn dann kann man beginnen, mit ihnen zu spielen, und eine Seite zu einem kleinen Kunstwerk bauen, filigran wie ein Spinnennetz. Das macht übrigens auch viel mehr Spass, als sich zu grämen, was alles nicht geht. 

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